Trommlerzug und Trachtenkapelle beim Wiesn-Festzug

„Das Wetter und die Warterei waren zwar nicht so toll, aber die Eindrücke von dem großartigen Zug und dann im Festzelt haben alles aufgewogen“ resümiert der Musikervorstand Helmut Ehle. Erstmals in der über 100-jährigen Vereinsgeschichte hat die Trachtenkapelle Apfeldorf zusammen mit dem Trommlerzug am Trachten- und Schützenumzug in München teilgenommen. 

Bereits um sieben Uhr morgens machten sich 58 Musikerinnen und Musiker, Trommler, Marketenderinnen und Taferlbuam in Apfeldorf auf den Weg, denn bereits um neun Uhr musste der Bus den Aufstellungsplatz an der Münchner Maximiliansstraße wieder verlassen. Dann war Warten bei einstelligen Temperaturen angesagt. Der Festzug begann zwar um 10 Uhr, aber mit der Zugnummer 57a waren die Apfeldorfer ganz hinten und konnten erst um 12.15 Uhr losmarschieren. 

„Die Warterei bei dem kalten Wetter war zäh, aber der Zug war prima und kam einem nicht wie sieben Kilometer lang vor“ berichtete Thomas Brass, der über die gesamte Wegstrecke die große Trommel schlug. Alle Musiker empfanden es beeindruckend, wenn man die Maximilianstraße entlang marschiert, die Trommeln an der Residenz widerhallen oder hunderte Zuschauer einen am Odeonsplatz beklatschen. Nur einmal auf ihrem Weg durch die Münchner Innenstadt bekamen sie einen leichten Regenschauer ab, ansonsten blieb es trocken. Auch in der abendlichen Aufzeichnung des Bayerischen Fernsehens waren die Apfeldorfer zu sehen und dafür war genau festgelegt, dass sie an diesem Zugabschnitt den Marsch „Dir zum Gruß“ spielen sollen.

Auf der Theresienwiese angekommen, sorgte der Einzug in das Paulaner-Festzelt nochmal für Gänsehautmomente bei den Apfeldorfern. Major Christian Schamper marschierte trommelnd mit seinen 20 Burschen in das Festzelt ein und sorgte dafür, dass die Paulaner-Band pausieren musste. Anschließend intonierte die Trachtenkapelle den Marsch „Mein Heimatland“ und zahlreiche Zeltgäste standen applaudierend auf den Bänken.

Dieser Erfolg wurde anschließend natürlich auch von den Akteuren gebührend gefeiert, sodass man erst gegen 18 Uhr die Heimreise antreten konnte. „Es war ein ganz toller Ausflug, aber man muss das nicht jedes Jahr machen“ hat Helmut Ehle mit seinen Musikern beschlossen. Die Apfeldorfer wird man wohl erst in ein paar Jahren wieder beim Wiesn-Festzug erleben.

Rosi Geiger 09/2022

 

Blasmusik x 3 in Apfeldorf

Musiker von 9 bis 81 Jahren standen beim Sommerkonzert der Trachtenkapelle Apfeldorf unter dem Motto „Blasmusik mal drei“ auf der Bühne. Den zahlreichen Gästen gefiel das musikalische Aufgebot mit Bläserklasse, Jugendkapelle „Durchanand“ und Trachtenkapelle.

Den Anfang machte die Bläserklasse der Grundschule Apfeldorf-Kinsau, die seit einigen Jahren mit der Musikschule Pfaffenwinkel zusammenarbeitet. Deren Leiter Marcus Graf kam im vergangenen Schuljahr regelmäßig nach Apfeldorf, um die Kinder der dritten und vierten Klasse zu unterrichten. Nur zum Abschlusskonzert war er verhindert, doch seine Tochter Patricia Graf vertrat ihn bestens. Was die 16 Buben und Mädchen nach einem Jahr Musikunterricht boten, war erstaunlich, Volksweisen wie „Im Märzen der Bauer“ wurden schon gemeinschaftlich intoniert und natürlich wurden sie nicht ohne eine Zugabe entlassen.

Anschließend präsentierte sich die nächste Kategorie in der musikalischen Ausbildung bei der Trachtenkapelle Apfeldorf. 24 Jugendliche nahmen auf dem Bühnenpodest Platz. Sie nennen sich „Durchanand“, weil sie von Kinsau bis Wessobrunn eine zusammengewürfelte Gruppe sind. Zehn Stücke, vom „Transformers“ Marsch über die Polka „Böhmischer Traum“ bis hin zum Swing „Chattanooga Choo Choo“ hatten sie unter der Leitung von Richard Beinhofer vorbereitet und es war deutlich der Sprung von den Anfängen der Bläserklasse hin zu dieser schon stimmigen Jugendkapelle zu hören. Viele Eltern, Großeltern und Blasmusikfreunde ließen sich an den Schattenplätzen die selbstgemachten Kuchen schmecken und genossen es, mit wieviel Spielfreude die jungen Blasmusiker ans Werk gingen.

Zum Abschluss nahmen die „alten Hasen“ der Trachtenkapelle unter der Leitung von Stephan Socher auf dem Podium Platz und bewiesen mit diesem Sommerkonzert, dass man bis ins hohe Alter seinen Spaß an der Blasmusik haben kann. Schon zu Beginn des Nachmittags marschierte der Apfeldorfer Trommlerzug lautstark durch das Dorf bis zur Mehrzweckhalle und auch die Musikauswahl der Trachtenkapelle erinnerte stark daran, dass an diesem Sonntag eigentlich das Lechgaufest gewesen wäre. Neben Märschen, Walzern und Polkas gab es auch Soloeinlagen, wie Lukas Walser bei der „Weinenden Trompete“. Neben ihm konnte Vorstand Helmut Ehle auch Hanna Ehlich, Katharina Heißerer und Luca Ehle zum silbernen Leistungsabzeichen gratulieren. Wie beim ausgefallenen Frühjahrskonzert, hörten die 26 Musikerinnen und Musiker nach dem offiziellen Programm nicht auf, sondern spielten zur geselligen Unterhaltung noch lange weiter.

Rosi Geiger 07/2022

 

Trachtenkapelle jetzt e.V.

Die Trachtenkapelle war in der Zwangspause nicht untätig und hat sich eine neue Satzung gegeben. Nach 100 Jahren Bestand ist die Trachtenkapelle jetzt ein eingetragener Verein. Während bisher nur die aktiven Musiker Mitglied im Verein waren, können jetzt auch passive oder Förder-Mitglieder aufgenommen werden. Das entsprechende Formular können Sie hier herunterladen.

Gleich ausfüllen und abgeben bei Vorstand Helmut Ehle oder Kassierin Stephanie Lang.